AD(H)S Diagnostik für Erwachsene in Köln

AD(H)S ist keine reine Kinderstörung, sondern betrifft viele Menschen bis ins Erwachsenenalter. In unserer Praxis bieten wir eine strukturierte und wissenschaftlich fundierte Diagnostik an, um Klarheit zu schaffen: Besteht eine AD(H)S oder vielleicht etwas anderes? Hier erfahren Sie, wie wir dabei vorgehen.
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AD(H)S
Diagnostik für
Erwachsene in Köln

AD(H)S ist keine reine Kinderstörung, sondern betrifft viele Menschen bis ins Erwachsenenalter. In unserer Praxis bieten wir eine strukturierte und wissenschaftlich fundierte Diagnostik an, um Klarheit zu schaffen: Besteht eine AD(H)S oder vielleicht etwas anderes? Hier erfahren Sie, wie wir dabei vorgehen.
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Was ist AD(H)S?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine neurobiologisch bedingte Störung der Selbstregulation, die bereits in der Kindheit beginnt, aber oft bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Die Hauptmerkmale sind Aufmerksamkeitsprobleme, Impulsivität und körperliche oder innere Unruhe. Zeigt sich die Störung ohne motorische Hyperaktivität, spricht man auch von ADS (Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne Hyperaktivität).

Die zentralen Symptome von AD(H)S sind:

Menschen mit ADHS fällt es schwer, ihre Aufmerksamkeit über längere Zeit auf eine Sache zu richten. Sie lassen sich leicht ablenken, machen Flüchtigkeitsfehler, verlieren Gegenstände oder vergessen Termine. Auch das Beenden begonnener Aufgaben ist oft erschwert. Diese Symptome treten besonders bei längeren, weniger reizvollen Tätigkeiten auf und beeinträchtigen häufig Schule, Studium oder Beruf.

Hyperaktivität äußert sich im Kindesalter meist durch übermäßige körperliche Aktivität: z. B. Herumzappeln, Klettern oder übermäßiges Reden. Bei Erwachsenen kann sie sich in Form von innerer Unruhe, dem Gefühl des „Getriebenseins“ oder dem Drang zu ständiger Aktivität zeigen, auch wenn sie äußerlich ruhig wirken.

Betroffene handeln oft spontan, ohne nachzudenken: Sie unterbrechen Gespräche, treffen vorschnelle Entscheidungen oder handeln risikobehaftet. Das kann zu Konflikten im sozialen Umfeld, zu finanziellen Schwierigkeiten oder zu emotionalem Stress führen.

Viele Menschen mit ADHS erleben ihre Gefühle besonders intensiv, mit schnellen und starken Stimmungsschwankungen. Typisch sind emotionale Überreaktionen, schnelle Reizbarkeit oder Schwierigkeiten, sich nach einer emotionalen Belastung wieder zu beruhigen. Dieses Symptom wird oft unterschätzt, hat aber großen Einfluss auf Lebensqualität und Beziehungen.

Nicht jede Unruhe oder Unkonzentriertheit ist pathologisch. Für die Diagnose ADHS müssen die Symptome:

  • mindestens sechs Monate bestehen,
  • in einem unangemessenen Ausmaß vorliegen,
  • und zu einer deutlichen Beeinträchtigung in mindestens zwei Lebensbereichen führen z. B. in der Arbeit, im Studium, in der Familie oder im sozialen Miteinander.

Nur wenn ein relevanter Leidensdruck besteht und die Symptome die Lebensführung erheblich beeinträchtigen, spricht man von einer behandlungsbedürftigen ADHS.

Wie wird AD(H)S diagnostiziert?

Die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist komplex, besonders im Erwachsenenalter. Um Fehldiagnosen zu vermeiden und gleichzeitig eine zuverlässige Einschätzung zu ermöglichen, orientiert sich die Diagnostik in unserer Praxis an der aktuellen S3-Leitlinie „ADHS im Erwachsenenalter“ der AWMF (2023). Sie empfiehlt ein mehrstufiges, strukturiertes Verfahren, das biologische, psychologische und soziale Faktoren berücksichtigt.

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ADHS ist eine klinische Diagnose

ADHS kann nicht durch ein einfaches Testverfahren oder einen Laborwert „bewiesen“ werden, sie wird auf der Basis eines fachkundigen Gesamturteils gestellt. Im Zentrum stehen dabei die klinische Exploration, die Lebenslaufanalyse und standardisierte Verfahren.

Zentrale Bausteine der ADHS-Diagnostik

1. Anamnese: Lebenslauf und Symptomentwicklung

  • ADHS beginnt immer in der Kindheit oder Jugend (vor dem 12. Lebensjahr), auch wenn sie erst später erkannt wird.
  • Deshalb wird in der Diagnostik systematisch erfasst, wie sich Konzentration, Impulsivität, Aktivitätsniveau und emotionale Reaktionen über die Lebensspanne entwickelt haben.
  • Es werden auch kompensatorische Strategien (z. B. Überstrukturieren, Perfektionismus) oder Belastungsphasen erfragt, in denen die Symptome besonders deutlich wurden.

2. Symptomerhebung nach ICD-10/ICD-11 bzw. DSM-5

  • Es müssen mindestens 6 Symptome bei Unaufmerksamkeit oder 6 bei Hyperaktivität/Impulsivität vorliegen, über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten.
  • Die Symptome müssen unangemessen stark ausgeprägt sein und in mehreren Lebensbereichen (z. B. Arbeit, Ausbildung, Partnerschaft) zu einer funktionellen Beeinträchtigung führen.

3. Standardisierte Fragebögen & Selbstbeurteilungsverfahren

  • z. B. ADHS-Selbstbeurteilungsskala (ADHS-SB), Wender-Utah-Rating-Scale (WURS-k) oder DIVA 2.0 (strukturierter Interviewleitfaden)
  • Diese dienen der Objektivierung und der Ergänzung des klinischen Eindrucks, sind jedoch allein nicht ausreichend für die Diagnose.

4. Fremdbeurteilungen & ergänzende Informationen

  • Besonders hilfreich sind Informationen von Bezugspersonen oder Unterlagen wie alte Schulzeugnisse, Entwicklungsberichte oder Rückmeldungen aus dem sozialen Umfeld.
  • Auch berufliche Beurteilungen, Lebensläufe oder Leistungsabbrüche können wichtige Hinweise liefern.

5. Differenzialdiagnostik: Was könnte es stattdessen sein?

  • Viele Symptome von ADHS überschneiden sich mit anderen psychischen Störungen – etwa Depression, Angststörung, Traumafolgestörung oder Persönlichkeitsstörung.
  • Daher ist eine sorgfältige Differenzialdiagnose notwendig, ggf. unter Einbezug weiterer Fachdisziplinen.

Weitere wichtige Aspekte der Diagnostik

6. Psychiatrische Komorbiditäten

  • Laut S3-Leitlinie haben ca. 75 % der Erwachsenen mit ADHS mindestens eine weitere psychische Störung, z. B. Depression, Angst, Sucht oder Persönlichkeitsstörung.
  • Diese können die ADHS überdecken oder verstärken und müssen getrennt erfasst und behandelt werden.

7. Somatische Abklärung

  • Organische Ursachen, die ADHS-ähnliche Symptome auslösen könnten (z. B. Schilddrüsenstörungen, Schlafapnoe, hirnorganische Erkrankungen), sollten durch eine ärztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.
  • Dies kann in Kooperation mit dem Hausarzt oder einer Fachärztin erfolgen.

Ablauf der AD(H)S Diagnostik für Erwachsene in Köln

Eine fundierte Diagnostik ist die Voraussetzung für eine zuverlässige Einschätzung und gegebenenfalls eine passgenaue Behandlung. In unserer Praxis wird die AD(H)S-Diagnostik ausschließlich von approbierten psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt, die sich gezielt im Bereich AD(H)S bei Erwachsenen weiterqualifiziert haben.
So läuft der Prozess bei uns ab:

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1. Kontaktaufnahme, Terminvereinbarung

Sie melden sich am besten per E-Mail oder Kontaktformular bei uns und vereinbaren einen Ersttermin zur ADHS-Diagnostik.

2. Vorbereitung

Vor dem ersten Gespräch erhalten Sie verschiedene spezifische ADHS-Fragebögen sowie einen Screeningbogen zur Differenzialdiagnostik. Zudem bitten wir Sie, Schulzeugnisse aus den Klassen 1–6 sowie ggf. Vorbefunde in Kopie mitzubringen.

3. Erstgespräch (50 Minuten)

Sie bringen die ausgefüllten Unterlagen zu unserem ersten Termin mit. Gemeinsam gehen wir die Ergebnisse durch und besprechen, ob eine weiterführende Diagnostik sinnvoll ist.

Falls ja, erhalten Sie zusätzlich Fragebögen für enge Bezugspersonen (z. B. Partner oder Eltern), um eine Fremdeinschätzung zu ermöglichen.

4. Diagnostisches Interview (100 Minuten)

Im zweiten Termin führen wir ein strukturiertes, wissenschaftlich fundiertes Interview zur ADHS-Diagnostik durch. Dabei berücksichtigen wir auch mögliche andere Ursachen (Differenzialdiagnostik).

5. Befundbericht

Auf Grundlage aller vorliegenden Informationen erstellen wir einen ausführlichen schriftlichen Befundbericht. Dieser kann, bei entsprechender Diagnose, auch an Ihre behandelnde Fachärztin bzw. Ihren Facharzt weitergegeben werden, etwa zur Prüfung einer medikamentösen Behandlung.

6. Ergebnisbesprechung (25 Minuten)

In einem abschließenden Gespräch erläutern wir Ihnen die Ergebnisse verständlich und transparent. Bei Vorliegen einer ADHS-Diagnose erhalten Sie eine psychoedukative Einführung sowie Empfehlungen zu einer leitliniengerechten Behandlung.

Auf Wunsch kann die Besprechung auf 50 Minuten erweitert werden, um Raum für eine vertiefte Aufklärung oder individuelle Fragen zu bieten.

Kosten der AD(H)S-Diagnostik

Die Diagnostik einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS/ADS) erfolgt in unserer Praxis strukturiert, leitliniengerecht und auf Grundlage der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP). Sie umfasst mehrere Bausteine, von der Erstberatung über standardisierte Testverfahren , einem strukturierten Interview bis hin zum ausführlichen schriftlichen Befund.

Die Kosten werden in der Regel zu ihrem Versicherungstarif von privaten Krankenversicherungen und Beihilfestellen im Zuge der Probatorischen Sitzungen erstattet. Bitte klären Sie vorab mit Ihrer Versicherung, ob und in welchem Umfang die Leistungen übernommen werden. Gesetzlich Versicherte können die Leistungen als Selbstzahler in Anspruch nehmen

Übersicht der Kosten: 

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Leistung Abrechnung (GOP) Honorar
Einzelsitzungen Verhaltenstherapie (Erstgespräch, Diagnostikinterview, Befundbesprechung – 3,5 Einheiten à 50 Min) GOP 870 × 3,5 535,50 €
Durchführung, Auswertung und Besprechung einer Testbatterie GOP 855a × 1,8 75,75 €
Anwendung eines strukturierten Interviews (z. B. DIVA 2.0) GOP 855a × 1,8 75,75 €
Ausführlicher schriftlicher Befundbericht GOP 75 × 3,5 26,52 €

Gesamtkosten: 713,52 €

Wichtiger Hinweis:

Bei komplexen Fragestellungen oder zusätzlichem diagnostischen Bedarf können weitere Leistungen erforderlich sein. Selbstverständlich informieren wir Sie im Vorfeld transparent über etwaige Mehrkosten.

Termin zur AD(H)S-Diagnostik in Köln vereinbaren

Sie möchten einen Termin zur AD(H)S-Diagnostik in unserer Praxis vereinbaren? Oder haben noch weitere Fragen? Dann nehme Sie mit uns Kontakt über das folgende Formular auf oder Schreiben uns eine E-Mail an: info@dengsundkollegen.de

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