Angst und Panikstörungen

Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus – sie hilft uns, Gefahren zu erkennen und angemessen zu reagieren. Doch wenn Angst übersteigert auftritt, ohne realen Anlass, oder das tägliche Leben einschränkt, sprechen wir von einer Angststörung. In unserer Praxis für Psychotherapie in Köln bieten wir spezialisierte Angsttherapie auf verhaltenstherapeutischer Grundlage, individuell auf Ihre Situation abgestimmtauch bei Panikattacken, sozialer Angst, Phobien oder generalisierten Sorgen.

Angst und Panikstörungen

Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus – sie hilft uns, Gefahren zu erkennen und angemessen zu reagieren. Doch wenn Angst übersteigert auftritt, ohne realen Anlass, oder das tägliche Leben einschränkt, sprechen wir von einer Angststörung. In unserer Praxis für Psychotherapie in Köln bieten wir spezialisierte Angsttherapie auf verhaltenstherapeutischer Grundlage, individuell auf Ihre Situation abgestimmtauch bei Panikattacken, sozialer Angst, Phobien oder generalisierten Sorgen.

Was gibt es für Angststörungen?

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Laut Studien leiden jährlich etwa 15 % der Erwachsenen an einer behandlungsbedürftigen Angststörung (Jacobi et al., 2014). Die häufigsten Formen sind:

Eine generalisierte Angststörung bedeutet, dass Menschen sich über längere Zeit sehr stark und häufig Sorgen machen, oft auch über Dinge, die gar nicht so schlimm sind. Diese Sorgen sind schwer zu kontrollieren und beeinträchtigen den Alltag, zum Beispiel Schlaf, Arbeit oder Beziehungen.

Betroffene spüren oft körperliche Symptome wie Herzklopfen, Muskelverspannungen, innere Unruhe oder Konzentrationsprobleme. Eine Therapie kann helfen, die Sorgen zu verstehen, besser zu steuern und Strategien zu lernen, um den Alltag entspannter zu bewältigen.

Bei einer Panikstörung treten wiederholt plötzliche, starke Angst- oder Panikattacken auf. Diese Anfälle kommen oft ohne klaren Auslöser und dauern meist nur wenige Minuten, sind aber für die Betroffenen sehr belastend. Typische Symptome sind Herzrasen, Atemnot, Schwindel, Schwitzen, Zittern oder das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.

Zwischen den Attacken besteht oft eine anhaltende Sorge vor weiteren Anfällen. Viele Menschen entwickeln Vermeidungsverhalten, sie meiden Orte oder Situationen, in denen sie eine Attacke befürchten. Das kann den Alltag stark einschränken.

Panikstörungen sind in der Regel gut behandelbar. Psychotherapeutische Verfahren, wie die kognitive Verhaltenstherapie und in einigen Fällen Medikamente können helfen, Attacken zu reduzieren und Vermeidungsverhalten abzubauen.

Agoraphobie bedeutet, dass Menschen bestimmte Orte oder Situationen meiden, weil sie Angst vor einer Panikattacke oder anderen unangenehmen Gefühlen haben. Häufig betrifft das offene Plätze, Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel oder Situationen, aus denen man schwer schnell wegkommt.

Die Angst kann so stark sein, dass Betroffene ihren Alltag einschränken. Sie vermeiden oft Orte, an denen sie sich unsicher fühlen und bleiben lieber zu Hause. Dadurch können soziale Kontakte, Arbeit oder Freizeit stark eingeschränkt werden.

Agoraphobie ist in der Regel gut behandelbar. Psychotherapie, besonders Verhaltenstherapie, hilft, die Angst zu verstehen und Schritt für Schritt zu überwinden. Auch in Kombination mit Medikamenten kann die Lebensqualität deutlich verbessert werden.

Soziale Phobie bedeutet, dass Menschen in sozialen Situationen sehr ängstlich sind. Sie fürchten, von anderen negativ bewertet oder kritisiert zu werden. Das kann Treffen mit Kollegen, Gespräche mit Fremden, öffentliche Auftritte oder sogar alltägliche Dinge wie Einkaufen oder Essen vor anderen betreffen.

Diese Angst kann so stark sein, dass Betroffene bestimmte Situationen vermeiden oder große Anspannung erleben, wenn sie ihnen nicht ausweichen können. Das kann zu Stress, Einsamkeit oder Problemen im Beruf oder in Beziehungen führen.

Sozialphobie ist in der Regel behandelbar. Besonders wirksam ist Verhaltenstherapie, bei der Betroffene Schritt für Schritt lernen, mit der Angst umzugehen und soziale Situationen zu meistern. In manchen Fällen können auch Medikamente unterstützend helfen.

Spezifische Phobien sind Ängste, die sich auf bestimmte Dinge oder Situationen richten. Beispiele sind Höhen, Spinnen, Spritzen oder Flugreisen. Die Betroffenen wissen oft, dass ihre Angst übertrieben ist, können sie aber nicht leicht kontrollieren.

Schon die Vorstellung oder der Kontakt mit dem auslösenden Reiz kann starke Angst oder Panik auslösen. Das kann dazu führen, dass die Betroffenen diese Situationen vermeiden, was den Alltag einschränken kann.

Spezifische Phobien sind in der Regel gut behandelbar. Verhaltenstherapie, bei der man sich schrittweise der Angst auslösenden Situation nähert, hat sich besonders bewährt. So lernen Betroffene, ihre Angst zu kontrollieren und wieder normal am Leben teilzunehmen.

Störungsmodell: Wie Angststörungen entstehen

Auch wenn es für jede einzelne Form der Angststörung spezifische Störungsmodelle gibt, geht die moderne kognitive Verhaltenstherapie davon aus, dass Angststörungen allgemein durch ein Zusammenspiel aus biologischer Veranlagung, früh erlernten Erfahrungen, bestimmten Denkstilen und Vermeidungsverhalten entstehen und durch diese Faktoren auch aufrechterhalten werden (Beck & Clark, 1997).

Ein zentraler Teufelskreis bei Angst besteht darin, dass körperliche Symptome wie Herzklopfen, Engegefühl oder Schwindel von den Betroffenen als gefährlich fehlinterpretiert werden („Ich bekomme gleich einen Herzinfarkt“). Diese Interpretation führt zu noch mehr Anspannung, die wiederum die körperlichen Symptome verstärkt und damit die Angst. Es entsteht ein selbstverstärkender Kreislauf aus Angst und körperlicher Reaktion.

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Um diese Angst nicht erneut zu erleben, beginnen viele Menschen, belastende Situationen zu vermeiden, sei es der Gang zum Supermarkt, das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder das Halten von Vorträgen. Diese Vermeidung reduziert die Angst kurzfristig, langfristig verhindert sie jedoch, dass Betroffene korrigierende Erfahrungen machen. Die Angst bleibt bestehen oder nimmt sogar zu.

Ein weiterer zentraler Mechanismus ist die Konditionierung:
Angst kann im Rahmen eines belastenden Ereignisses klassisch konditioniert werden – etwa wenn ein harmloser Ort (z. B. ein Aufzug oder ein Bahnhof) mit einer intensiven Angstepisode verknüpft wird. Der Ort wird zum Auslöser der Angst, obwohl keine reale Bedrohung mehr besteht. Später kann das Vermeidungsverhalten durch negative Verstärkung operant konditioniert werden – also dadurch, dass das kurzfristige Ausweichen vor der Situation mit einem Abfall der Angst „belohnt“ wird. So verfestigen sich die Muster unbewusst.

Auch frühe Beziehungserfahrungen (z. B. überbehütende, kritische oder wenig emotional präsente Bezugspersonen), kritische Lebensereignisse (wie Verlust, Trennung oder Krankheit) und antrainierte Denkstile („Ich muss immer funktionieren“, „Ich darf keine Fehler machen“) können langfristig zur Entstehung von Angststörungen beitragen.

Im neurobiologischen Modell zeigen sich bei Menschen mit Angststörungen funktionelle Veränderungen in der Amygdala, dem zentralen Angstzentrum des Gehirns. Auch der präfrontale Kortex, der für rationale Bewertung und Emotionsregulation zuständig ist, ist häufig in seiner Funktion beeinträchtigt, insbesondere in Bezug auf die Einschätzung von Bedrohung und Sicherheit (Etkin & Wager, 2007).

Wie verläuft eine Angststörung?

Angststörungen entwickeln sich häufig schleichend – manchmal bereits in der Jugend, oft aber auch im frühen Erwachsenenalter. Viele Betroffene versuchen zunächst, ihre Symptome allein zu bewältigen. Doch unbehandelt können sie sich verfestigen oder ausweiten, etwa durch soziale Isolation, Rückzug oder berufliche Probleme. So können Angststörungen meist gut behandelt werden, chronifizieren sich jedoch oft unbehandelt. 

Wird keine Therapie begonnen, kann sich aus einer behandlungsbedürftigen Angst eine langfristige psychische Überforderung entwickeln, die weitere Lebensbereiche beeinträchtigt.

Angststörungen treten oft nicht allein auf. Häufige Begleiterkrankungen sind:

Deshalb ist eine frühzeitige, professionelle Diagnostik besonders wichtig.

Wie wird eine Angststörung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Angststörung erfolgt durch einen Psychologischen oder Ärztlichen Psychotherapeuten anhand internationaler Diagnosekriterien (ICD-10/11). In der Praxis umfasst eine fachgerechte Diagnostik:

  • ein ausführliches Anamnesegespräch,
  • standardisierte Fragebögen und Interviews,
  • die Abgrenzung zu anderen psychischen oder körperlichen Erkrankungen
  • sowie die gemeinsame Klärung von Auslösern, Verstärkern und bisherigen Bewältigungsstrategien.

In unserer Praxis in Köln nehmen wir uns Zeit für eine gründliche und sensible Diagnostik, als Grundlage für eine individuell abgestimmte Therapie.

Vor oder parallel zur psychotherapeutischen Diagnostik sollte eine somatische Abklärung erfolgen. Das bedeutet: Es muss geprüft werden, ob körperliche Ursachen die psychischen Beschwerden verursachen oder verstärken. Bei Ängststörungen kann dies beispielsweise eine bislang unerkannte oder nicht optimal eingestellte Schilddrüsenüberfunktion sein. Bitte wenden Sie sich zur medizinischen Abklärung an Ihren Hausarzt oder eine Fachärztin.

Wie läuft eine Angsttherapie ab?

Angststörungen lassen sich sehr gut behandeln. Die wirksamste Methode ist laut Leitlinien die kognitive Verhaltenstherapie (CBT). Ziel ist es, die Angstsymptome zu verstehen, schrittweise zu verändern und den Handlungsspielraum wieder zu erweitern.

Elemente der Therapie sind u. a.:

  • Psychoedukation: Verstehen, wie Angst funktioniert
  • Kognitive Umstrukturierung: Angstauslösende Gedanken erkennen und hinterfragen
  • Expositionstraining: Sich in kleinen Schritten den angstauslösenden Situationen stellen
  • Achtsamkeit & Selbstregulation: Besser mit innerer Anspannung umgehen
  • Rückfallprophylaxe: Strategien für langfristige Stabilität

In unserer Praxis bieten wir Einzeltherapien auf wissenschaftlicher Grundlage – wertschätzend, transparent und praxisnah.

Was kann ich tun, wenn ich eine Angststörung habe?

Wenn Sie sich in der Beschreibung einer Angststörung wiedererkennen, haben Sie bereits den wichtigsten Schritt getan: Sie nehmen Ihre Symptome ernst. Viele Menschen leben über Monate oder Jahre mit belastenden Ängsten, ohne sich Hilfe zu holen – aus Scham, Unsicherheit oder weil sie hoffen, „dass es von allein besser wird“.

Dabei gilt: Angststörungen sind behandelbar. Und je früher Sie aktiv werden, desto besser sind die Chancen auf eine nachhaltige Besserung. Was Sie konkret tun können:

1. Holen Sie sich professionelle Unterstützung

Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen. Ein erstes Gespräch in einer psychotherapeutischen Praxis dient der Klärung Ihrer Beschwerden und kann bereits entlastend wirken. Gemeinsam mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten klären Sie, ob eine Behandlung sinnvoll ist und wie Ihre nächsten Schritte aussehen können.

Auch wenn Sie noch nicht sicher sind, ob Ihre Symptome „schlimm genug“ sind – ein unverbindliches Gespräch kann Ihnen Orientierung geben. Frühe Hilfe wirkt präventiv – und ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Selbstfürsorge.

2. Vermeiden Sie die Vermeidung

Der natürliche Impuls bei Angst ist Rückzug – bestimmte Orte, Situationen oder Gedanken sollen vermieden werden, um die Angst nicht zu spüren. Das Problem: Diese Strategie wirkt nur kurzfristig und verstärkt langfristig die Angst. Denn durch Vermeidung bleibt die Angst unwidersprochen bestehen und kann sich auf immer mehr Lebensbereiche ausweiten.

Auch kleine Konfrontationen im Alltag, etwa einen kurzen Einkauf, eine soziale Begegnung oder ein Telefongespräch, können wichtige Schritte im Umgang mit der Angst sein. In der Verhaltenstherapie lernen Sie, sich angstauslösenden Situationen schrittweise und in geschütztem Rahmen zu stellen – um neue, korrigierende Erfahrungen zu machen.

3. Informieren Sie sich – aus verlässlichen Quellen

Wissen gibt Sicherheit. Seriöse Informationen helfen Ihnen, Ihre Symptome besser einzuordnen und zu verstehen, wie Angst entsteht und wie sie aufrechterhalten wird. Gute Anlaufstellen sind z. B.:

Vermeiden Sie hingegen fragwürdige Onlineforen oder reißerische Beiträge, sie verstärken häufig Unsicherheit, statt zu helfen.

4. Sprechen Sie mit Ihrem Umfeld

Viele Betroffene ziehen sich aus Scham zurück oder versuchen, ihre Angst zu verbergen. Dabei kann Offenheit sehr entlastend wirken. Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit einer vertrauten Person – auch wenn es Überwindung kostet.

Ein unterstützendes Umfeld kann:

  • Ängste relativieren
  • bei schwierigen Situationen begleiten
  • für emotionale Sicherheit sorgen
  • Ihnen das Gefühl geben: Ich bin nicht allein.

5. Achten Sie auf Ihren Körper – er ist Teil der Lösung

Körper und Psyche sind eng miteinander verbunden. Regelmäßige Bewegung, ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus und eine ausgewogene Ernährung tragen dazu bei, das Nervensystem zu beruhigen und das allgemeine Stressempfinden zu senken.

Schon kleine Gewohnheiten helfen:

  • 20 Minuten Spazierengehen täglich
  • feste Einschlaf- und Aufstehzeiten
  • ausreichend trinken
  • Reduktion von Koffein, Alkohol und Zucker
  • Atemübungen oder achtsame Körperwahrnehmung

Es geht nicht darum, alles „perfekt“ zu machen, sondern um achtsame Selbstfürsorge im Alltag.

6. Vernetzen Sie sich – mit anderen Betroffenen

Angst macht oft einsam. Der Austausch mit anderen Betroffenen z. B. in Selbsthilfegruppen (online oder vor Ort)  kann helfen, sich selbst besser zu verstehen und aus der Isolation herauszukommen. Viele berichten, dass allein das Hören anderer Geschichten entlastend wirkt.

Selbsthilfe ersetzt keine Therapie, kann aber eine wertvolle Ergänzung sein gerade in der Wartezeit oder zur Stabilisierung nach einer Behandlung.

Selbsthilfegruppe in Köln finden Sie unteranderem:

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Quellen

  • Beck, A. T., & Clark, D. A. (1997). An information processing model of anxiety: Automatic and strategic processes. Behaviour Research and Therapy, 35(1), 49–58.
  • Etkin, A., & Wager, T. D. (2007). Functional neuroimaging of anxiety: A meta-analysis of emotional processing in PTSD, social anxiety disorder, and specific phobia. American Journal of Psychiatry, 164(10), 1476–1488.
  • Hofmann, S. G., Asnaani, A., Vonk, I. J., Sawyer, A. T., & Fang, A. (2012). The efficacy of cognitive behavioral therapy: A review of meta-analyses. Cognitive Therapy and Research, 36(5), 427–440.

Sie brauchen akute Hilfe?

Wenn Sie sich in einer seelischen Notlage befinden oder akute psychische Unterstützung benötigen, zögern Sie bitte nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich bei akuten Krisen an eine der folgenden Anlaufstellen:

  • Telefonseelsorge:
  • Psychiatrische Notfallaufnahme Köln:
  • Rettungsdienst bei akuter Krise:

Telefon:
112