Burn-out & Stress

Ständige Erschöpfung, das Gefühl, „nur noch zu funktionieren“, Schlafstörungen und innere Anspannung, viele Menschen erleben heute Symptome von chronischem Stress oder Burn-out, ohne sie richtig einordnen zu können. Die Grenze zwischen hoher Belastung und psychischer Erschöpfung ist oft fließend. Doch wenn Regeneration nicht mehr gelingt und der Alltag zunehmend zur Überforderung wird, kann eine psychotherapeutische Begleitung helfen.

Burn-out & Stress

Ständige Erschöpfung, das Gefühl, „nur noch zu funktionieren“, Schlafstörungen und innere Anspannung, viele Menschen erleben heute Symptome von chronischem Stress oder Burn-out, ohne sie richtig einordnen zu können. Die Grenze zwischen hoher Belastung und psychischer Erschöpfung ist oft fließend. Doch wenn Regeneration nicht mehr gelingt und der Alltag zunehmend zur Überforderung wird, kann eine psychotherapeutische Begleitung helfen.

Was ist Burn-out?

Burn-out ist keine eigenständige psychiatrische Diagnose im ICD-10, sondern wird als Zustand der totalen Erschöpfung infolge chronischer Stressbelastung beschrieben. Charakteristisch ist ein fortschreitender Verlust an emotionaler, körperlicher und geistiger Energie, oft im Zusammenhang mit beruflicher Überlastung, aber auch in familiären oder pflegerischen Rollen.

Betroffene fühlen sich innerlich leer, gereizt, überfordert oder zunehmend gleichgültig gegenüber Aufgaben, aber auch gegenüber Menschen. Burn-out kann sich auf alle Lebensbereiche auswirken: Arbeit, Beziehungen, Gesundheit, Selbstwert.

Typische Symptome bei Burn-out und chronischem Stress 

  • Emotionale Erschöpfung: Antriebslosigkeit, Müdigkeit trotz Schlaf
  • Mentale Distanz oder Zynismus: Gleichgültigkeit, Rückzug, „innere Kündigung“
  • Reduzierte Leistungsfähigkeit: Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Fehleranfälligkeit
  • Körperliche Symptome: Kopfschmerzen, Verspannungen, Magenbeschwerden, Schlafstörungen
  • Reizbarkeit & emotionale Instabilität
  • Depressive Verstimmungen und Gefühle von Sinnlosigkeit
  • Soziale Isolation, Rückzug von Freunden, Familie, Hobbys

Warum bekommt man Burn-out?

Burn-out entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel aus äußeren Belastungen und inneren psychologischen Mustern. Besonders gefährdet sind Menschen mit ausgeprägtem Perfektionismus, hohem Verantwortungsbewusstsein und einem starken inneren Antreiber („Ich darf keine Schwäche zeigen“, „Ich muss alles alleine schaffen“).

Häufige äußere Auslöser sind:

  • Chronische Überforderung im Job, Studium oder familiären Kontext
  • Unklare Rollen, fehlende Anerkennung oder mangelnde Kontrolle
  • Überlastung durch ständige Erreichbarkeit (z. B. digitale Medien)
  • Arbeitsplatzunsicherheit oder toxische Führungskultur
  • Pflege von Angehörigen über lange Zeiträume

Innere Risikofaktoren:

  • Perfektionismus, überhöhte Ansprüche an sich selbst
  • Geringe Selbstfürsorge oder Probleme mit Abgrenzung
  • Neigung zur Selbstüberforderung und Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Frühe Prägung durch leistungsorientierte Bezugssysteme

Diese Muster entstehen oft früh in der Familie, Schule oder im beruflichen Werdegang und werden durch gesellschaftliche Ideale („stark sein“, „durchhalten“) zusätzlich verstärkt. Studien zeigen, dass gerade engagierte, leistungsstarke Menschen besonders gefährdet sind, ein Burn-out zu entwickeln (Maslach & Leiter, 2016).

Wie verläuft ein Burn-out?

Burn-out entwickelt sich typischerweise in mehreren Phasen:

  1. Überengagement – ständiges Aktivsein, Leistungsdrang
  2. Vernachlässigung eigener Bedürfnisse – keine Pausen, wenig Schlaf
  3. Emotionale Erschöpfung – zunehmende Leere, Frustration
  4. Zynismus und Rückzug – Gleichgültigkeit, Distanz zu Arbeit und Umfeld
  5. Resignation oder Kollaps – völlige Erschöpfung, Depression, Arbeitsunfähigkeit

Ohne Gegenmaßnahmen kann sich eine depressive Symptomatik entwickeln oder eine langfristige psychische und körperliche Erschöpfung entstehen. In einigen Fällen ist eine längere Arbeitsunfähigkeit die Folge.

Häufige Begleiterkrankungen bei Burn-out 

Diagnostik: Wie wird Burn-out festgestellt?

Da Burn-out keine offizielle Diagnose nach ICD-10 ist, erfolgt die Diagnostik über eine klinische Einschätzung und differenzialdiagnostische Abklärung durch einen psychologischen oder ärztlichen Psychotherapeuten. In unserer Praxis nutzen wir:

  • Ausführliches Anamnesegespräch
  • Psychometrische Fragebögen
  • Abgrenzung zu Depression, Angststörung, ADHS und anderen Störungen
  • Analyse von Ressourcen, Belastungen und inneren Antreibern

Frühzeitige Diagnostik hilft, chronische Verläufe und Spätfolgen zu verhindern.

Vor oder parallel zur psychotherapeutischen Diagnostik sollte eine somatische Abklärung erfolgen. Das bedeutet: Es muss geprüft werden, ob körperliche Ursachen die psychischen Beschwerden verursachen oder verstärken. Bei Burnout und chronischem Stress kann dies beispielsweise eine bislang unerkannte oder nicht optimal eingestellte Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion sein. Bitte wenden Sie sich zur medizinischen Abklärung an Ihren Hausarzt oder eine Fachärztin.

Therapie: Wie wird Burn-out behandelt?

Burn-out ist gut psychotherapeutisch behandelbar. Die kognitive Verhaltenstherapie (CBT) gilt als eines der wirksamsten Verfahren (Schaufeli et al., 2009). Ziel ist es, krankmachende Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen, zu verändern und die Selbstfürsorge zu stärken.

Elemente der Therapie:

  • Psychoedukation – Verstehen, was Stress mit Körper und Psyche macht
  • Arbeit an inneren Antreibern („Ich darf nicht versagen“)
  • Training von Selbstfürsorge, Pausen und Grenzen
  • Achtsamkeit, Entspannungsverfahren, Emotionsregulation
  • Planung von beruflichen und privaten Veränderungen
  • Aufbau von Stabilität und Rückfallprophylaxe

In unserer Praxis bieten wir Ihnen eine individuelle, persönliche und wissenschaftlich fundierte Einzeltherapie an.

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Quellen

  • Maslach, C., & Leiter, M. P. (2016). Understanding the burnout experience: Recent research and its implications. World Psychiatry, 15(2), 103–111.
  • Hillert, A., & Marwitz, M. (2006). Das erschöpfte Selbst. Schattauer Verlag.
  • Schaufeli, W. B., Leiter, M. P., & Maslach, C. (2009). Burnout: 35 years of research and practice. Career Development International, 14(3), 204–220.

Sie brauchen akute Hilfe?

Wenn Sie sich in einer seelischen Notlage befinden oder akute psychische Unterstützung benötigen, zögern Sie bitte nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich bei akuten Krisen an eine der folgenden Anlaufstellen:

  • Telefonseelsorge:
  • Psychiatrische Notfallaufnahme Köln:
  • Rettungsdienst bei akuter Krise:

Telefon:
112