Depressionen

Traurigkeit, Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug oder das Gefühl, innerlich leer zu sein – Depressionen zählen zu den häufigsten und zugleich am meisten unterschätzten psychischen Erkrankungen unserer Zeit. In Deutschland erleben etwa 8,2 % der Erwachsenen innerhalb eines Jahres eine behandlungsbedürftige depressive Episode (Jacobi et al., 2014). In unserer psychotherapeutischen Praxis in Köln bieten wir fundierte Hilfe bei Depression – individuell, empathisch und wissenschaftlich fundiert.

Depressionen

Traurigkeit, Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug oder das Gefühl, innerlich leer zu sein – Depressionen zählen zu den häufigsten und zugleich am meisten unterschätzten psychischen Erkrankungen unserer Zeit. In Deutschland erleben etwa 8,2 % der Erwachsenen innerhalb eines Jahres eine behandlungsbedürftige depressive Episode (Jacobi et al., 2014). In unserer psychotherapeutischen Praxis in Köln bieten wir fundierte Hilfe bei Depression – individuell, empathisch und wissenschaftlich fundiert.

Was ist eine Depression?

Eine Depression ist weit mehr als eine kurzfristige Stimmungsschwankung oder ein „Tief“. Sie ist eine ernsthafte psychische Erkrankung, bei der Betroffene über mindestens zwei Wochen hinweg unter einer gedrückten Stimmung, einem Verlust von Interesse und Freude sowie verminderter Energie leiden. Hinzu kommen weitere Symptome wie Konzentrationsstörungen, Schuldgefühle, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen und in schweren Fällen auch Suizidgedanken (WHO, 2021).

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Depressionen betreffen Denken, Fühlen, Handeln – und oft auch den Körper. Viele Patientinnen und Patienten leiden unter Schmerzen, Appetitveränderungen oder Magen-Darm-Beschwerden, ohne zunächst zu wissen, dass psychische Ursachen dahinterstehen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Depression inzwischen als eine der Hauptursachen für Krankheitslast weltweit.

Symptome einer Depression

Depressive Symptome unterteilt man in Hauptsymptome und Nebensymptome:

Hauptsymptome:

  • Anhaltende Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit
  • Interessenverlust, sozialer Rückzug
  • Verminderter Antrieb, Erschöpfung

Nebensymptome:

  • Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten
  • Geringes Selbstwertgefühl, Schuld- und Versagensgefühle
  • Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafstörungen, frühes Erwachen)
  • Appetitveränderungen, Gewichtsverlust oder -zunahme
  • Körperliche Symptome ohne organische Ursache (z. B. Druck auf der Brust, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden)
  • Suizidgedanken oder -handlungen (in schweren Fällen)

Es müssen mindesten 2 Hauptsymptome und 2 Nebensymptome über eine Zeit von 2 Wochen vorliegen, dass man von einer Depression spricht.

Die Schwere der Symptomatik reicht von leicht bis schwer und kann von Phase zu Phase variieren. In atypischen Fällen zeigen sich Reizbarkeit, gesteigerter Appetit und vermehrtes Schlafbedürfnis.

Warum bekommt man eine Depression?

Die Ursachen einer Depression sind komplex. Sie entstehen aus einem Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren (Vogel et al., 2021).

Biologische Faktoren 

  • Neurobiologische Dysbalancen: Eine veränderte Regulation der Neurotransmitter Serotonin, Dopamin und Noradrenalin wird mit depressiven Episoden in Verbindung gebracht.
  • Genetische Veranlagung: Familiäre Häufungen weisen auf eine genetische Anfälligkeit hin.
  • Chronische Entzündungsprozesse: Neue Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen systemischer Inflammation und depressiven Symptomen (Miller & Raison, 2016).

Psychologische Risikofaktoren 

  • Negative Grundannahmen über sich selbst und die Welt
  • Erlernte Hilflosigkeit (Seligman, 1975)
  • Perfektionismus und hohe Selbstkritik
  • Geringe Emotionsregulation und Selbstmitgefühl
  • Kindheitstraumata, emotionale Vernachlässigung

Soziale Auslöser 

  • Trennung, Verlust, Arbeitslosigkeit, finanzielle Unsicherheit
  • Mobbing, Beziehungskonflikte
  • Chronische Überlastung (z. B. in Pflege- oder Alleinerziehendenrollen)

Diese Risikofaktoren müssen nicht zwangsläufig zu einer Depression führen. Sie erhöhen jedoch die Anfälligkeit. Der Verlauf ist immer individuell.

Wie verläuft eine Depression?

Depressionen verlaufen häufig episodenhaft: Eine depressive Episode dauert mindestens 2 Wochen bis zu mehreren Monaten. Man unterscheidet zwischen:

  • Leichten Episoden: Symptome bestehen, Alltagsfunktion bleibt weitgehend erhalten
  • Mittelgradigen Episoden: Funktionseinbußen, berufliche und soziale Probleme
  • Schweren Episoden: Vollständiger sozialer Rückzug, 

Unbehandelt können sich Episoden häufen oder chronifizieren. Laut Studien entwickeln etwa 50–60 % der Betroffenen erneut eine depressive Episode im Verlauf ihres Lebens (Bockting et al., 2015).

Begleiterkrankungen bei Depression 

Depression tritt selten isoliert auf. Häufige Komorbiditäten sind:

Diese Kombinationen erschweren die Diagnostik und erfordern eine differenzierte therapeutische Herangehensweise.

Diagnostik: Wie wird eine Depression festgestellt?

Die Diagnostik erfolgt nach den Kriterien der ICD-10/ICD-11. In unserer Praxis in Köln nehmen wir uns Zeit für eine sorgfältige Abklärung.

Unsere Diagnostik umfasst:

  • Ausführliche biografische Anamnese
  • Erhebung aktueller Symptome und Funktionsbeeinträchtigung
  • Einsatz standardisierter Fragebögen und Interviews
  • Differenzialdiagnostik: z. B. Abgrenzung zu Burn-out, Bipolarität, ADHS

Vor oder parallel zur psychotherapeutischen Diagnostik sollte eine somatische Abklärung erfolgen. Das bedeutet: Es muss geprüft werden, ob körperliche Ursachen die psychischen Beschwerden verursachen oder verstärken. Bei Depressionen kann dies beispielsweise eine bislang unerkannte oder nicht optimal eingestellte Schilddrüsenunterfunktion sein. Bitte wenden Sie sich zur medizinischen Abklärung an Ihren Hausarzt oder eine Fachärztin.

Therapie: Wie wird eine Depression behandelt?

Die Behandlung einer Depression richtet sich nach der Schwere der Symptomatik, den individuellen Lebensumständen sowie möglichen Begleiterkrankungen. In vielen Fällen ist eine ambulante Psychotherapie ausreichend. Bei mittelgradigen bis schweren Depressionen kann eine medikamentöse Behandlung oder auch ein stationärer Aufenthalt notwendig werden, etwa wenn das Sicherheitsgefühl gefährdet ist oder Alltagsfunktionen massiv beeinträchtigt sind.

Ziel jeder Therapie ist es, Symptome zu lindern, Alltagsfähigkeit wiederherzustellen und Rückfällen vorzubeugen. Neben der evidenzbasierten Psychotherapie spielen auch Lebensstilveränderungen, sozialer Rückhalt und bei Bedarf, eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzten eine wichtige Rolle.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist laut S3-Leitlinie zur Behandlung von Depressionen die derzeit am besten untersuchte und wirksamste psychotherapeutische Methode (DGPPN, 2022). Sie eignet sich sowohl für leichte als auch für schwere depressive Episoden und wird in der Regel strukturierend, lösungsorientiert und transparent durchgeführt.

Die Therapie unterstützt Betroffene dabei, depressive Denkmuster zu identifizieren, zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln. Zudem werden aktive Verhaltensstrategien aufgebaut, um die Lebensqualität schrittweise zu verbessern.

Zentrale Elemente der KVT:

  • Psychoedukation: Verstehen, wie eine Depression entsteht und aufrechterhalten wird
  • Verhaltensaktivierung: Wiederaufbau positiver Aktivitäten und Tagesstruktur
  • Kognitive Umstrukturierung: Erkennen und Hinterfragen negativer automatischer Gedanken
  • Emotionsregulation & Achtsamkeit: Umgang mit belastenden Gefühlen erlernen
  • Soziales Kompetenztraining: hilft beim Erlernen von Selbstbewussten Verhalten und dem Umgang mit anderen Menschen
  • Rückfallprophylaxe: Strategien für langfristige Stabilität entwickeln

Auch interpersonelle Aspekte, wie z. B. der Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten oder Rollenveränderungen im sozialen Umfeld, können Bestandteil der kognitiven Verhaltenstherapie sein.

Bei mittelgradigen bis schweren Depressionen können Antidepressiva unterstützend eingesetzt werden, insbesondere wenn psychotherapeutische Maßnahmen alleine nicht ausreichend wirken oder Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder Suizidgedanken im Vordergrund stehen.

Meist kommen Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder Selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) zum Einsatz. Die Auswahl und Einstellung sollten durch eine Fachärztin oder ein Facharzt für Psychiatrie erfolgen und regelmäßig überwacht werden.

Wichtige Hinweise zur medikamentösen Behandlung:

  • Der Wirkungseintritt erfolgt meist verzögert (ca. 2–4 Wochen)
  • Nebenwirkungen treten häufig früher auf, bilden sich jedoch oft zurück
  • Die Einnahme sollte nicht eigenständig abgesetzt oder verändert werden
  • Eine Kombination mit Psychotherapie gilt als besonders wirksam (DGPPN, 2022)

Ergänzend zur klassischen Psychotherapie und Pharmakotherapie können weitere interdisziplinäre und alltagsbezogene Ansätze hilfreich sein:

  • Bewegungstherapie und Sport: wissenschaftlich belegte antidepressive Wirkung
  • Schlafregulation und Schlafhygiene
  • Sozialberatung: Unterstützung bei beruflichen oder finanziellen Belastungen
  • Mind-Body-Methoden: z. B. achtsamkeitsbasierte Verfahren, Yoga oder Meditation
  • Ernährungsmedizinische Beratung: bei Mangelzuständen oder Essstörungen

Wir sind in Köln auf Depressionstherapie spezialisiert und helfen Ihnen Gerne weiter. Wir arbeiten individuell, persönlich und wissenschaftlich fundiert. Machen Sie sich noch heute einen Termin aus.

Was kann ich tun, wenn ich eine Depression habe?

Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Depression zu leiden, sind Sie nicht allein und es gibt wirksame Hilfe. Depression ist eine ernstzunehmende psychische Erkrankung, die behandelbar ist. Wichtig ist, aktiv zu werden, auch wenn es sich anfangs schwer anfühlt. Jeder Schritt zählt, auch wenn er klein ist.

1. Nehmen Sie Ihre Symptome ernst

Depression ist keine Charakterschwäche, sondern eine Erkrankung, die biologisch, psychologisch und sozial bedingt ist. Antriebslosigkeit, Schuldgefühle, Konzentrationsprobleme oder Schlafstörungen sind typische Symptome, sie entstehen nicht durch Faulheit oder Willensschwäche, sondern durch Veränderungen in der Informationsverarbeitung des Gehirns.

Das Anerkennen der eigenen Belastung ist der erste und wichtigste Schritt zur Besserung. Wenn Sie spüren, dass „etwas nicht stimmt“ oder der Alltag dauerhaft schwerfällt, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

2. Sprechen Sie darüber

Sich zu öffnen kann entlasten, auch wenn es zunächst Überwindung kostet. Gespräche mit vertrauten Menschen wie Freundinnen, Freunden, Angehörigen oder Kollegen bieten emotionale Unterstützung und ein Gegengewicht zur inneren Isolation.

Auch ein erstes Gespräch mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten kann helfen, die Situation besser einzuordnen und nächste Schritte zu planen. Scham ist nicht nötig – Hilfe zu suchen ist ein Zeichen von Stärke.

Auch der Kontakt zu anderen Betroffenen kann helfen und Mut machen. Selbsthilfegruppen (Online oder in Präsenz) stellen hier eine gute Möglichkeit mit anderen Erkrankten in Kontakt zu treten. Selbsthilfegruppen können Sie unteranderen über folgende Seiten finden:

Der Paritätischer Köln 

Selbsthilfenetz

3. Informieren Sie sich – aus verlässlichen Quellen

Wissen gibt Sicherheit. Seriöse Informationen helfen Ihnen, Ihre Symptome besser einzuordnen und zu verstehen, wie Angst entsteht und wie sie aufrechterhalten wird. Gute Anlaufstellen sind z. B.:

4. Kleine Schritte zählen

Bei Depressionen ist es normal, dass selbst einfache Dinge wie Aufstehen, Einkaufen oder Duschen schwerfallen. Deshalb gilt: Jeder noch so kleine Schritt ist ein Fortschritt.

  • Ein kurzer Spaziergang
  • Ein warmes Getränk in der Sonne
  • Ein strukturierter Morgen mit festen Routinen

Diese scheinbar banalen Handlungen sind wichtig für die Rückverbindung mit dem eigenen Erleben. Statt sich auf Leistung zu fokussieren, geht es darum, wieder in Kontakt mit sich selbst und dem Alltag zu kommen – behutsam, in Ihrem Tempo.

5. Suchen Sie professionelle Hilfe

Psychotherapie ist keine „letzte Instanz“, sondern eine bewährte und wissenschaftlich fundierte Behandlungsform. Frühzeitige Unterstützung kann den Krankheitsverlauf deutlich verbessern.

In unserer Praxis bieten wir Ihnen einen geschützten Raum, in dem Ihre Erfahrungen ernst genommen werden – mit fachlicher Expertise, Empathie und Struktur. Wir unterstützen Sie dabei, wieder Stabilität, Sinn und Perspektive zu entwickeln.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Therapie brauchen: Ein erstes Gespräch kann schon Klarheit schaffen. Wir begleiten Sie bei diesem Schritt.

6. Körper und Psyche zusammen denken

Die Psyche wirkt auf den Körper und umgekehrt. Studien zeigen, dass körperliche Aktivität, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und achtsamer Umgang mit sich selbst messbare Effekte auf die Stimmung und Stressverarbeitung haben (vgl. Schuch et al., 2016; WHO, 2023).

Was Sie konkret tun können:

  • Regelmäßige Bewegung: z. B. 30 Minuten Spazierengehen an 3 Tagen pro Woche
  • Tagesstruktur aufbauen: feste Zeiten für Aufstehen, Mahlzeiten, Schlafen
  • Ausgewogene Ernährung: frische, nährstoffreiche Lebensmittel
  • Achtsamkeit üben: über Meditation, Atemübungen oder bewusstes Innehalten
  • Reizüberflutung reduzieren: digitale Auszeiten, stille Momente im Alltag

Diese Maßnahmen ersetzen keine Psychotherapie, können aber entscheidend zur Stabilisierung beitragen und Sie in Ihrem Genesungsprozess unterstützen.

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Quellen

  • Jacobi, F., et al. (2014). Twelve-months prevalence of mental disorders in the adult population of Germany. European Neuropsychopharmacology, 24(5), 745–754.
  • DGPPN (2022). S3-Leitlinie Unipolare Depression.
  • Vogel, M., et al. (2021). Risk factors and resilience in depression. Frontiers in Psychiatry.
  • Schuch, F. B., et al. (2016). Exercise as a treatment for depression: A meta-analysis. Journal of Psychiatric Research, 77, 42–51.
  • Miller, A. H., & Raison, C. L. (2016). The role of inflammation in depression: from evolutionary imperative to modern treatment target. Nature Reviews Immunology, 16(1), 22–34.
  • Heim, C., & Nemeroff, C. B. (2001). The role of childhood trauma in the neurobiology of mood and anxiety disorders. Biological Psychiatry, 49(12), 1023–1039.

Sie brauchen akute Hilfe?

Wenn Sie sich in einer seelischen Notlage befinden oder akute psychische Unterstützung benötigen, zögern Sie bitte nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich bei akuten Krisen an eine der folgenden Anlaufstellen:

  • Telefonseelsorge:
  • Psychiatrische Notfallaufnahme Köln:
  • Rettungsdienst bei akuter Krise:

Telefon:
112